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Zur Geschichte

Wismutmalerei ist ein altes Kunsthandwerk aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Vorwiegend im Bereich der Bemalung von Kabinett- und Schubwandkästchen sowie Rund- und Flachdeckelkistchen diente Wismut (heute Bismut genannt) als seltenes elementares Metall der „Vortäuschung“ von Silber. Speziell sind bei dieser Maltechnik die Kreide-Leimgrundierung auf Buchenholz, das Aufbringen von pulverisiertem Wismut mit anschliessendem Hochglanzpolieren (z.B. mit Achatstein) sowie die dekorative, farbenprächtige Übermalung mit Wappen, Schriftzügen, Liebes- und Treuesymbolen, Blumen und Zierbändern mit beispielsweise Tempera-Farben. Vergleichbare Elemente finden sich auch auf Tapisserien (z.B. eine Vorlage des Hugenottenteppichs von 1686 im Bernischen Historischen Museum) sowie Gemälden der damaligen Zeit. 
„Wer hat’s erfunden?“ ist bis dato ebenso wenig geklärt wie die genaue Entstehungszeit. Zwei Kästchen aus dem späten 15. Jahrhundert belegen als erste bekannte Zeitzeugen die Verwendung von Wismut in der Kunst. Als eigentliche Blütezeit des Handwerks, das vorwiegend in süddeutschen Gebieten bis in den Badener Kurraum („Badenertrucken“, „Badenerladen“) ausgeübt worden ist, gelten das 16. und 17. Jahrhundert.
Die Benennung der „Wismutmalerei“ als eigenständige Kunstgattung ist wohl der Zunft als Organisationsstruktur zu verdanken. 1572 soll „der ehrsame Paulus Hardting“ die Gemeinschaft der Wismutmaler in Nürnberg mitgegründet haben (letzte Sitzung 1807). Über 70 namentlich bestätigte Meister haben mit ihren Gesellen und Lehrlingen und ihren feinlinear gemalten Werken aus Zünfterhänden dem beginnenden Wildwuchs von Nachahmern und „Schnurpfern“ mit Billigware den Riegel geschoben. Zeitzeugen aus Privatbesitz oder Sammlungsbeständen von Museen verblüffen heute noch staunende Augen durch ihre farbenreiche und fröhlich wirkende „Auszier“ (Ornamente). Dazu Annette Kniep, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bernischen Historischen Museum (BHM): „Bis heute besticht vor allem die für Wismutmalerei typische Kombination von farbiger Blumenmalerei auf metallisch glänzendem Grund.“
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Wismutpulver auf Kreidegrund (Buchenholz)
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Wismut mit Achatstein poliert (Buchenholz)
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Maiglöckchen, Stiefmütterchen u.a.m auf Wismutgrund
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Erdbeeren, Maiglöckchen, reichhaltige Verzierung auf Wismutgrund

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Inhalt
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⇒ Sprachen: d / f
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Dokumentation "Wismutmalerei"

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